Prognose durch Simulation
Wird das neue Produkt ein Volltreffer?
Besser als Wahrsagen ist eine Prognose- und Simulationssoftware, die das Data Warehouse in die Warenwirtschaft einbindet und im Dialog mit dem Anwender möglichst realitätsnahe Szenarien entwickelt.
Eine Pilotanwendung läuft unternehmensweit bei Kaiser's Tengelmann.
Ein Data Warehouse analysiert das, was gesteuert werden soll, erst im Nachhinein. Was gebraucht wird, sind Echtzeitanalysen. Für Prognosen und Simulationen muss das Data Warehouse in Geschäftsprozesse integriert werden.
Der Handelskonzern Kaiser's Tengelmann installiert aktuell das Pilotprojekt "Online Business Intelligence Integration" (OBII), die Einbindung des Data Warehouse in die Warenwirtschaft.
Dafür wurde die Software Compex Commerce der Compex Systemhaus GmbH an die bestehende Java-Bean-Technologie von Oracle angebunden. Der Anwender merkt gar nicht, das er OBII nutzt, weil das System in die bekannten Anwendungen integriert ist.
Der Einsatz ist vielfältig
Manager können bei der Sortimentsplanung Informationen über das
Kaufverhalten mit einbeziehen. Das herkömmliche
Management-Informations-
system wird zum prozessorientierten Steuerungs- und
Entscheidungssystem. Jeder Mitarbeiter erhält automatisch
spezifische Rückkopplungen.
Möglich ist ein Dialog am Bildschirm, der zeigt, wie sich das Geschäft entwickeln wird, wenn diese oder jene Entscheidung getroffen wird. Prognosen können sowohl für Einzelartikel als auch für Sortimente gegeben werden. Dadurch werden aussagekräftige Szenarien möglich.
Dies kann zum Beispiel bei Lieferantengesprächen angewandt werden. Der Einkäufer kann sich direkt die Auswirkungen seiner im Jahresgespräch verhandelten Konditionen "per Hochrechnung" auf dem Bildschirm abbilden lassen. Er kann damit die Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette sofort erkennen und mit dem Lieferanten gegebenenfalls härter verhandeln. Das System vernetzt Einkauf und Verkauf. Es hat die Jahresziele im Blick und meldet, wenn sie abzudriften drohen (Stichwort Exception Management).
Mit Compex Commerce sind auch Simulationen möglich
Dabei simuliert die Software Kundenentscheidungen. Dadurch kann ein Händler zum Beispiel heute erkennen, ob sich mogen bei einem bestimmten Artikel eine Preissenkung und eine Sonderaktion wirklich lohnen. Ein wichtiges Thema, gilt doch im Handel angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftslage als überlebenswichtig, die richtigen Sortimente im Sinne der Käufergunst zusammenzustellen.
Das Großprojekt bei Kaiser's Tengelmann umfasst die Viersener Zentrale sowie die 750 Filialen und die Läger.
Untersucht werden dabei sämtliche Geschäftsprozesse. Das Ziel ist, sich mithilfe der Prognose- und Simulationssoftware noch konsequenter auf die Wünsche der Kunden einstellen zu können.
Elemente von Unternehmensberatung
Die Wertschöpfung im Handel liegt in der Optimierung der Prozesskette. Das muss eine Software wie Compex Commerce konsequent unterstützen. Der Einsatz einer guten, prozessorientierten Software besitzt zahlreiche Elemente von Unternehmensberatung. Dafür muss sie die Organisation und die Abläufe des Unternehmens genau abbilden.
Das "Best Enterprise Engineering"-Vorgehensmodell von zum Beispiel Compex Commerce stellt die Analyse der Organisationsstruktur des Unternehmens an den Anfang und endet mit Empfehlungen, wie diese schlanker, prozess- und damit kundenorientierter werden kann - und wie Kosten gesenkt werden können.
Das System bildet mit dem Anwender zusammen das mögliche künftige Bild des Unternehmens auf dem Schirm ab.
So können an einer bestimmten Stelle der Prozesskette Geschäftsvorfälle standardmäßig simuliert werden.
Zum Beispiel können aus der ISO-9000-Richtlinie Fragen zur Disposition gestellt werden. Dies geschieht im Dialog mit dem Anwender auf der Basis vorkonfigurierter Geschäftsprozesse.
Auf die Frage nach der Effizienz (Warum so und nicht anders?) kann der Anwender Informationen über Einsparmöglichkeiten und -volumina von Prozesskosten erhalten.
Die Software hilft also, Projektziele unter Kontrolle und auch umfangreiche Projekte schlank zu halten.