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Kaiser's Tengelmann mit Compex Commerce: Integrationstests

Handel steht vor heißen Projektzeiten

Bei Kaiser's Tengelmann, AVA und Casino müssen sich die
SAP-Konkurrenten beweisen

Kaarst, 6.Oktober. Ihre Warenwirtschafts-Projekte halten die Handelshäuser weiter auf Trab:

Diese Woche liefert das Softwarehaus Compex sein neues Warenwirtschaftssystem an Kaiser's Tengelmann aus.

Mitten im Roll-out stehen Casino mit Aldata und AVA mit Oracle Retail. Große LEH-Unternehmen stecken mitten in den heißen Phasen ihrer Projekte zur Einführung neuer Warenwitschaftssysteme. Auf Einladung des Beratungshauses IM+C berichteten vergangene Woche in Kaarst die Projektverantwortlichen von AVA, Casino, Kaiser's Tengelmann, Markant und Migros von ihren Erfahrungen mit fünf unterschiedlichen Standard-Software-Lösungen.

Spannend wird es unter anderem derzeit bei Kaiser's Tengelmann.

In dieser Woche bekommen die Viersener die nach ihren Prozess-Anforderungen angepasste Software Compex Commerce ausgeliefert.

"Wir werden jetzt gründlich testen, bevor wir die neuen Anwendungen in den Fachbereichen installieren", sagt Lutz Endrikat, Geschäftsführer bei Kaiser's Tengelmann.

An der Entwicklung der neuen Sollprozesse waren die Fachabteilungen gleichwohl unmittelbar beteiligt. So wurden seit Mai vergangenen Jahres durch Compex scheibchenweise Software-Teile für einzelne Arbeitsaufgaben im Handelsunternehmen entwickelt und dem "Eigentümer des Prozesses" im Fachbereich zur Abnahme vorgestellt.

Diese "Prozess Spezifikation" genannten IT-Teile wurden jetzt zusammengeführt und als Warenwirtschaftssystem ausgeliefert.

Zeit zum Testen, ob das Zusammenspiel der einzelnen Programm-Teile auch funktioniert, hat Endrikat noch genug: Der Roll-out soll planmäßig am 1. Juli 2006 in der Nieder-Olmer Region beginnen. Die guten Erfahrungen anderer Handelshäuser mit einem Schneeball-Effekt bei der Schulung will Endrikat aufgreifen. In jedem Bezirk soll ein Filialleiter als Roll-out-Manager ausgebildet werden und pro Woche eine Filiale in diesem Bezirk umstellen. Mit Beginn des Jahres 2007 soll das neue System komplett eingeführt sein. Vor drei Jahren hatte Kaiser's Tengelmann ein geplantes Compex-Projekt gestoppt, um zunächst detailliert alle Ist-Prozesse zu dokumentieren und Fachbereich für Fachbereich schlankere Soll-Prozesse zu definieren.

"Wir haben den IT-Leuten das Projekt weggenommen", erklärt Endrikat: "Denn ohne Prozess, kein WWS". So hat der Supermarktbetreiber einen neuen Blick auf sein Geschäft bekommen: "Wir hatten Prozesskosten in einem deutlich dreistelligen Millionen-Betrag pro Jahr - nur im Einkauf und Vertrieb", berichtet Endrikat. Noch bevor das neue System eingeführt wurde, konnten jetzt redundante Abläufe abgeschafft werden.

Viel sparen wird der Supermarktbetreiber zukünftig vor allem bei der Stammdatenpflege. Aber auch die Arbeit auf der Fläche soll sich verändern: Die Filialleiter sollen künftig deutlich weniger Zeit im Büro verbringen, sondern den Kunden zur Verfügung stehen.

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